Lieber Ewald,
bald ist es schon ein ganzes Jahr, seitdem du weg bist.
Ich weiß noch immer nicht, mit dem Verlust meines „Vaters“, besten Freundes und Vorbild, umzugehen.
Es tut verdammt weh.
Ich habe inzwischen all unsere Hobbys verlernt. Alles was du mir mitgegeben hast und mich selbst, habe ich in meiner Trauer und in meinem Schmerz unbewusst losgelassen.
Nun bin ich 18 Jahre alt geworden, ohne dich. Ich feierte ihn nicht. Ich konnte ihn nicht feiern, wie auch, wenn du nicht da bist.
Du hattest dich immer mehr als ich auf meine Volljährigkeit gefreut.
Du hattest mir so vieles Versprochen..
Du versprachst, mit mir Auto zufahren, bis tief in die Nacht. Du versprachst, mit mir auf meiner Hochzeit zu tanzen.
Du versprachst, uns nie allein zu lassen.
Manchmal wache ich morgens auf und weiß nichtmehr was wahr ist.
Und dann denke ich für ein paar Sekunden, dass du noch da bist!
Es tut verdammt weh, mich nicht mehr in deine Arme voller liebe fallen lassen zu können.
Ich erzähl immernoch so viel von dir.
Du gabst mir eine wunderbare Kindheit, trotz der ganzen Problemen und Sorgen warst du mein Segel im Meer.
Vor über einem Jahr habe ich dich das letzte Mal gesehen. Aber das, was war, ist für mich immernoch wunderschön.
Es war ein Segen, dich in unserem Leben zu haben.
Du gabst uns Kraft, Rückhalt, Hoffnung und Liebe. Auch wenn du dich dabei oft ausser acht gelassen hast.
Ich bin dir unendlich dankbar, für die ganzen 12 Jahre, in denen du unser und besonders mein Leben so sehr bereichert hast!
Ich gab mich auf, ich sah kaum einen Ausweg aus diesem Schmerz.
Aber ich will dich stolz machen, damit du auch noch da oben noch sagen kannst, „Ich bin sehr stolz auf dich, France!!“
Ich sitze immernoch in deiner Wohnung denke an dich und rede mit dir.
Aber wenn ich mich dann umschaue, merke ich, dass ich alleine bin und ich dich unendlich vermisse. Du warst ewig nichtmehr hier, aber alles was ich sehe, erinnert mich an dich!
Ich versuche immernoch dich anzurufen und endlich von diesem Alptraum aufzuwachen.
Ich würde wirklich alles dafür geben, deine Hand zu halten oder deine Stimme nochmal zu hören. Ich sehe dich nur, wenn ich meine Augen schließe. Dann ist es aber auch viel zu kurz.
Ich bin müde vom weinen jede Nacht, aber wie soll ich etwas „loslassen“, was ich so sehr liebe.
Ich habe dir immer erzählt, wie’s mir geht wenn Zuhause Chaos war. Ich höre immernoch wie du mich tröstest und sagst, dass alles wieder gut wird.
Kannst du mich denn noch sehen von da, wo du bist?
Ich hoffe wirklich, dass es dir dort oben gut geht!
Pass auf uns auf, Ewald.
Ich liebe dich, deine Francesca.